Pressemitteilung: Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR) im Gespräch mit BDB und EBU – Generalsekretär Bruno Georges zu Besuch am Binnenschifffahrtsstandort Duisburg

Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR) im Gespräch mit BDB und EBU – Generalsekretär Bruno Georges zu Besuch am Binnenschifffahrtsstandort Duisburg

25. April 2017

Hoher Besuch aus Straßburg in Duisburg: Am 24. April 2017 machte der neue Generalsekretär der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR), Bruno Georges, seine Aufwartung beim deutschen Binnenschifffahrtsgewerbe. Empfangen wurde er von Dr. Gunther Jaegers (Reederei Jaegers GmbH, Duisburg), der im April 2016 die Präsidentschaft des europäischen Binnenschifffahrtsverbandes EBU übernommen hat, und von Martin Staats (MSG, Würzburg), der als Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) die nationalen Interessen des Gewerbes vertritt.

Die Zentralkommission für die Rheinschifffahrt darf als die maßgebliche internationale Organisation für die Angelegenheiten der Schifffahrt auf dem Rhein bezeichnet werden: Sie wurde mit der Schlussakte des Wiener Kongresses von 1815 geschaffen, als diplomatische Konferenz zur Erarbeitung der Rheinschifffahrtsakte. Die ZKR ist die erste und gleichzeitig auch die älteste, noch heute bestehende internationale Organisation weltweit. Zu ihren Aufgaben gehören die Sicherstellung der Freiheit des Rheins als Wasserstraße, die Sicherheit des Rheinverkehrs sowie die wirtschaftliche Förderung des Schiffsverkehrs auf dem Rhein.

ZKR-Generalsekretär Bruno Georges, der das Amt im November 2016 von Hans van der Werf übernommen hat und zuvor für das Königreich Belgien bei der OSZE tätig war, zeigte sich im Gespräch mit den Schifffahrtsunternehmern sehr interessiert an den aktuellen Entwicklungen der Branche, insbesondere hinsichtlich der Innovationen. Dr. Gunther Jaegers und Martin Staats schilderten die Bemühungen der Branche, in Punkto Umweltfreundlichkeit noch besser zu werden, z.B. durch den Einsatz von LNG oder synthetischem Diesel als Alternativen zum Gasöl oder durch Wasser-Emulsionstechnologie, die den Rußanteil im Abgas erheblich reduziert. Einen wichtigen Beitrag in den Bereichen Forschung und Innovationen leistet das ebenfalls in Duisburg ansässige Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme DST. Deren Leiter, Prof. Bettar Ould El Moctar, und der kaufmännische Geschäftsführer Dr. Rupert Henn schilderten die Arbeit dieses Instituts, das sich als die Forschungsabteilung sämtlicher Binnenschifffahrtsunternehmen in Deutschland begreifen darf, in der Vergangenheit wiederholt wichtige Impulse Weiterentwicklung der Binnenschifffahrt, z.B. im Bereich Nautik-Technik, gegeben hat und dabei traditionell eng mit dem deutschen Branchenverband BDB kooperiert.

Einen wichtigen Themenkomplex bildete in dem Gespräch die Aus- und Weiterbildung in der Binnenschifffahrt. Zurzeit werden die Ausbildungsinhalte mit dem Ziel der europaweiten Vereinheitlichung komplett neu erarbeitet. Der Ausbildung am Simulator soll zukünftig eine höhere Bedeutung zukommen. Dies wird von der Branche als begleitende Maßnahme begrüßt, sollte die praktische Fahrzeit auf dem Wasser und die dort gesammelten Erfahrungen aber nicht vollständig ersetzen. Was ein Simulator in der Aus- und Weiterbildung zu leisten vermag, konnte Bruno Georges selber testen, als er am in Duisburg-Homberg stationierten Flachwasserfahrsimulator – übrigens der einzige Binnenschifffahrtsimulator, der auch Wasserströmungen unter realen Bedingungen darstellen kann – ein großes Containerbinnenschiff aus dem Duisburg-Ruhrorter Hafenmund erfolgreich in Richtung Rotterdam navigierte.

Die Branchen- und Verbändevertreter verabredeten die Fortsetzung des engen Dialogs in Duisburg zur konstruktiven Weiterentwicklung der Binnenschifffahrt.

 

Bildunterschriften:

Bild 1: ZKR-Generalsekretär Bruno Georges navigierte am Schiffssimulator ein Containerschiff über den Rhein

Bild 2: ZKR-Generalsekretär Bruno Georges zu Gast in Duisburg. links: Dr. Gunther Jaegers, rechts: Martin Staats

 

Über den BDB e.V.:

Der 1974 gegründete Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) vertritt die gemeinsamen gewerblichen Interessen der Unternehmer in der Güter- sowie der Fahrgastschifffahrt gegenüber Politik, Verwaltung und sonstigen Institutionen. Mitglieder des BDB sind deshalb Partikuliere, Reedereien und Genossenschaften. Auch Fördermitglieder unterstützen die Arbeit des BDB. Der Verband mit Sitz in Duisburg und Repräsentanz in Berlin bezieht Stellung zu verkehrspolitischen Fragen und bringt sich aktiv in die Gestaltung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein. Seit der Fusion mit dem Arbeitgeberverband (AdB) im Jahr 2013 vertritt der BDB auch die Belange der Verbandsmitglieder in arbeits-, tarif- und sozialrechtlichen sowie personal-, sozial- und bildungspolitischen Angelegenheiten und ist Tarifvertragspartner der Gewerkschaft Verdi. Der BDB betreibt das in Duisburg vor Anker liegende Schulschiff „Rhein“ – eine europaweit einzigartige Aus-, Fort- und Weiterbildungseinrichtung für das Binnenschifffahrtsgewerbe.