Pressemitteilung: Uneinheitliche Entwicklung der deutschen Binnenschiffsflotte im Jahr 2014 – Tankschifffahrt verjüngt sich – Trockengutschifffahrt schrumpft – Fahrgastschifffahrt wächst

Uneinheitliche Entwicklung der deutschen Binnenschiffsflotte im Jahr 2014 – Tankschifffahrt verjüngt sich – Trockengutschifffahrt schrumpft – Fahrgastschifffahrt wächst

4. August 2015

Zum 31. Dezember 2014 zählte die deutsche Binnenschiffsflotte – also die Gesamtheit der Fracht- und Fahrgastschiffe, die im deutschen Binnenschiffsregister eingetragen sind – 4.573 Fahrzeuge. Das sind bei 65 Zugängen und 122 Abgängen in Summe 57 Einheiten weniger als noch im Vorjahr. Von einem einheitlichen Trend in der Branche kann aus Sicht des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) dennoch nicht die Rede sein. Die Entwicklungen in den einzelnen Sparten zeichnen ein recht unterschiedliches Bild.

Die Tankschifffahrt zählte im Jahr 2014 bei 14 Zugängen (davon sechs Neubauten) und 20 Abgängen in Summe 406 Einheiten (Motorschiffe, Schleppkähne, Schubleichter). Sie liefert ein anschauliches Beispiel dafür, dass weniger Einheiten keinen Verlust an Ladevolumen bedeuten müssen: Trotz des Rückgangs um sechs Einheiten verzeichnet die Statistik einen leichten Zuwachs bei der Tragfähigkeit (727.693 t; 2013: 725.049 t). Durch die Neubauten in den vergangenen Jahren sinkt das Alter der Tankschifffahrtsflotte seit 2007 kontinuierlich und lag bei den Tankmotorschiffen (362 Einheiten) zuletzt bei durchschnittlich 25,2 Jahren. Seit dem Jahr 2013 gibt es im deutschen Register mehr Tankschiffe in Doppelhüllenbauweise als solche mit Einhülle.

Weniger erfreulich stellt sich die Lage in der Trockengüterschifffahrt dar. Hier ging der Rückgang der Güterschiffe (Motorschiffe, Schleppkähne, Leichter) von 1.709 auf 1.665 (44 Einheiten, davon 13 Zugänge, 57 Abgänge) zugleich mit einem Verlust der Tragfähigkeit um 48.603 Tonnen einher (2014: 1.92 Mio. t). Über 40.000 Tonnen Verlust an Tragfähigkeit entfiel dabei allein auf das Motorgüterschiff, dessen Anzahl von 883 auf 842 im Jahr 2014 sank. Das Durchschnittsalter der Gütermotorschiffe stieg im vergangenen Jahr auf 61,8 Jahre. 10 Jahre zuvor hatte das Durchschnittsalter noch 53,5 Jahre betragen. Allerdings sagt das Baujahr eines Schiffes, das in seiner Wertbeständigkeit durchaus mit einer Immobilie vergleichbar ist, nichts über den Stand der Technik aufgrund permanent vorgenommener Investitionen aus, z.B. in Motor, Antrieb und technische Systeme. Diese Modernisierungen werden von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) – Zentrale Binnenschiffsbestandsdatei – auch in ihrer aktuellen Auswertung statistisch leider nicht erfasst.

Erneut positiv war die Entwicklung der Fahrgastschifffahrt: Die sog. Weiße Flotte zählte im Jahr 2014 1.508 Einheiten (Fahrgastschiffe, Barkassen, Fähren), was einem Zuwachs um drei Einheiten entspricht. 2014 waren insgesamt 943 Tagesausflugsschiffe auf den deutschen Wasserstraßen und Seen unterwegs. Der Wachstumstrend setzt sich hier damit das fünfte Jahr in Folge fort. Die Fahrgastkabinenschifffahrt präsentierte sich im Vergleich zum Jahr 2013 unverändert stark mit 61 Schiffen und 8.704 Betten.

Anmerkung: Der BDB erhebt keine eigenen Statistiken. Die o.g. Zahlen entstammen der aktuellen Veröffentlichung „Veränderungen des Schiffsbestandes der deutschen Binnenflotte im Jahr 2014“ der GDWS.

 

Bildunterschrift: Tankmotorschiff „Hedy Jaegers“ (Reederei Jaegers GmbH), das am 26. Juni 2015 in Duisburg getauft wurde. Im Jahr 2014 fanden 6 Schiffstaufen in der deutschen Tankschifffahrt statt. Die Anzahl der Schiffe ist im Jahr 2014 insgesamt gesunken während die Tragfähigkeit gleichzeitig zugenommen hat.

 

Über den BDB e.V.:

Der 1974 gegründete Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) vertritt die gemeinsamen gewerblichen Interessen der Unternehmer in der Güter- sowie der Fahrgastschifffahrt gegenüber Politik, Verwaltung und sonstigen Institutionen. Mitglieder des BDB sind deshalb Partikuliere, Reedereien und Genossenschaften. Auch Fördermitglieder unterstützen die Arbeit des BDB. Der Verband mit Sitz in Duisburg und Repräsentanz in Berlin bezieht Stellung zu verkehrspolitischen Fragen und bringt sich aktiv in die Gestaltung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein. Seit der Fusion mit dem Arbeitgeberverband (AdB) im Jahr 2013 vertritt der BDB auch die Belange der Verbandsmitglieder in arbeits-, tarif- und sozialrechtlichen sowie personal-, sozial- und bildungspolitischen Angelegenheiten und ist Tarifvertragspartner der Gewerkschaft Verdi. Der BDB betreibt das in Duisburg vor Anker liegende Schulschiff „Rhein“ – eine europaweit einzigartige Aus-, Fort- und Weiterbildungseinrichtung für das Binnenschifffahrtsgewerbe.