Pressemitteilung: Stu­die der Bun­des­an­stalt für Ge­wäs­s­er­kunde be­weist: Bin­nen­schiffe nicht für Fein­staub­be­las­tun­gen in den Städ­ten verantwortlich!

Stu­die der Bun­des­an­stalt für Ge­wäs­s­er­kunde be­weist: Bin­nen­schiffe nicht für Fein­staub­be­las­tun­gen in den Städ­ten verantwortlich!

11. September 2015

Eine ak­tu­elle Stu­die der Bun­des­an­stalt für Ge­wäs­s­er­kunde (BfG) in Ko­ope­ra­tion mit dem In­ge­nieur­büro Loh­meyer GmbH & Co. KG be­legt, dass die von Bin­nen­schif­fen aus­ge­hen­den Ab­gas­be­las­tun­gen in Ufer­re­gio­nen eine ver­nach­läs­sig­bare Rolle spie­len. Die Stu­die liegt dem Bun­des­ver­band der Deut­schen Bin­nen­schiff­fahrt e.V. (BDB) vor. Un­ter­sucht wurde die Kon­zen­tra­tion ver­schie­de­ner Ab­gas­be­stand­teile – u.a. Fein­staub, Ruß und Stick­oxide – an vier ver­schie­de­nen Fluss­ab­schnit­ten: am Nie­der­rhein bei We­sel, am Mit­tel­rhein bei Köln, am Ober­rhein süd­lich von Karls­ruhe so­wie an der Spree in Ber­lin. Da­bei wur­den u.a. die to­po­gra­fi­schen Ver­hält­nisse der Re­gio­nen und die Wind­ge­schwin­dig­keit berücksichtigt.

Das Er­geb­nis der Un­ter­su­chung ist ebenso ein­deu­tig wie ein­drucks­voll. In al­len Fluss­ab­schnit­ten zeigte sich, dass die von den Schif­fen emit­tier­ten Par­ti­kel – aus­ge­hend von der Fahr­rinne, wo sie lo­gi­scher­weise ihre höchste Kon­zen­tra­tion ha­ben – sich be­reits in der Ufer­re­gion deut­lich ver­flüch­tigt ha­ben und um ein Viel­fa­ches un­ter­halb der Werte in der Fluss­mitte lie­gen. We­nige hun­dert Me­ter ent­fernt konnte prak­tisch keine Be­las­tung durch Ab­gase von Bin­nen­schif­fen mehr nach­ge­wie­sen wer­den. Die­ser Ef­fekt konnte in al­len un­ter­such­ten Ab­schnit­ten, un­ab­hän­gig von ufer­na­her Be­bau­ung und In­ten­si­tät des Ver­kehrs, fest­ge­stellt werden.

Das be­deu­tet, dass die Be­las­tung durch die Emis­sio­nen von Bin­nen­schif­fen in den Be­rei­chen, in de­nen Men­schen ent­lang des Was­sers woh­nen, so weit un­ter­halb der Grenz­werte liegt, dass keine Ge­sund­heits­ge­fähr­dung an­ge­nom­men wer­den kann. Gleich­zei­tig zeigt die Un­ter­su­chung, dass Ab­gas­nach­be­hand­lungs­sys­teme oder gar „Fein­staub­pla­ket­ten“ für Bin­nen­schiffe in städ­ti­schen Ge­bie­ten kei­nen nen­nens­wer­ten Bei­trag zu ei­ner Ver­bes­se­rung der Luft­qua­li­tät ent­lang der Ufer leis­ten kön­nen, da die Be­las­tun­gen in ers­ter Li­nie of­fen­sicht­lich von an­de­ren Emit­ten­ten ausgehen.

Der BDB sieht da­mit den wis­sen­schaft­li­chen Nach­weis er­bracht, dass die An­fein­dun­gen der Um­welt­ver­bände in Rich­tung des Ge­wer­bes, das Bin­nen­schiff sei für eine hohe Ab­gas­be­las­tung ent­lang der Fluss­ufer ver­ant­wort­lich, un­be­grün­det sind.

 

Bild­un­ter­schrift:

Eine Stu­die be­legt, dass die Bin­nen­schiff­fahrt be­son­ders um­welt­freund­lich ist und nicht nen­nens­wert zur Fein­staub­be­las­tung in den Städ­ten beiträgt.

 

Über den BDB e.V.:

Der 1974 ge­grün­dete Bun­des­ver­band der Deut­schen Bin­nen­schiff­fahrt e.V. (BDB) ver­tritt die ge­mein­sa­men ge­werb­li­chen In­ter­es­sen der Un­ter­neh­mer in der Güter- so­wie der Fahr­gast­schiff­fahrt ge­gen­über Po­li­tik, Ver­wal­tung und sons­ti­gen In­sti­tu­tio­nen. Mit­glie­der des BDB sind des­halb Par­ti­ku­liere, Ree­de­reien und Ge­nos­sen­schaf­ten. Auch För­der­mit­glie­der un­ter­stüt­zen die Ar­beit des BDB. Der Ver­band mit Sitz in Duis­burg und Re­prä­sen­tanz in Ber­lin be­zieht Stel­lung zu ver­kehrs­po­li­ti­schen Fra­gen und bringt sich ak­tiv in die Ge­stal­tung der wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen ein. Seit der Fu­sion mit dem Ar­beit­ge­ber­ver­band (AdB) im Jahr 2013 ver­tritt der BDB auch die Be­lange der Ver­bands­mit­glie­der in arbeits-, tarif- und so­zi­al­recht­li­chen so­wie personal-, sozial- und bil­dungs­po­li­ti­schen An­ge­le­gen­hei­ten und ist Ta­rif­ver­trags­part­ner der Ge­werk­schaft Verdi. Der BDB be­treibt das in Duis­burg vor An­ker lie­gende Schul­schiff „Rhein“ – eine eu­ro­pa­weit ein­zig­ar­tige Aus-, Fort- und Wei­ter­bil­dungs­ein­rich­tung für das Binnenschifffahrtsgewerbe.